{"id":5876,"date":"2020-11-18T18:07:37","date_gmt":"2020-11-18T17:07:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/?p=5876"},"modified":"2020-11-18T18:33:28","modified_gmt":"2020-11-18T17:33:28","slug":"offener-brief-des-naturschutzbeirates-der-stadt-weimar-zum-beabsichtigten-verkauf-des-eow-gelaendes-an-der-ilm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/offener-brief-des-naturschutzbeirates-der-stadt-weimar-zum-beabsichtigten-verkauf-des-eow-gelaendes-an-der-ilm\/","title":{"rendered":"Offener Brief des Naturschutzbeirates der Stadt Weimar zum beabsichtigten Verkauf des EOW-Gel\u00e4ndes an der Ilm"},"content":{"rendered":"\n<p> 6. November 2020 <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p>Mitglieder des Naturschutzbeirates der Stadt Weimar (siehe Namensliste am Ende des Briefes)<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p> An den Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Weimar Herrn P. Kleine <\/p>\n\n\n\n<p>Schwanseestra\u00dfe 17 <\/p>\n\n\n\n<p>99423 Weimar<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Betr.: Ehemaliges EOW-Gel\u00e4ndeWeimar<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p>Sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister\nKleine,<\/p>\n\n\n\n<p>der Naturschutzbeirat der Stadt\nWeimar hat in seiner Sitzung am 29.10.2020 \u00fcber die Entwicklung des ehemaligen\nEOW-Gel\u00e4ndes diskutiert. Wir sind ein nach Ma\u00dfgabe des\nLandesnaturschutzgesetzes von der Stadt Weimar berufenes, beratendes Gremium\nvon ehrenamtlich t\u00e4tigen B\u00fcrgern mit unterschiedlichen fachlichen Expertisen zur\nUnterst\u00fctzung der Naturschutzbeh\u00f6rde. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie allgemein bekannt ist, erfolgte\nschon in den 1990ger Jahren auf Beschluss des Weimarer Stadtparlaments der st\u00e4dtische\nAnkauf des ehemaligen EOW-Gel\u00e4ndes (7,6 Mio. DM) <strong>unter der Ma\u00dfgabe des v\u00f6lligen R\u00fcckbaus und der Renaturierung<\/strong> des\nAreals. Ein entsprechender B(ebauungs)-Plan wurde erstellt, 2006 aktualisiert und\nbis 2012 kontinuierlich fortgeschrieben. Die Beschlussfassung des B-Planes\nerm\u00f6glicht eine Terminkette f\u00fcr den geplanten vollst\u00e4ndigen R\u00fcckbau und ist\nVoraussetzung f\u00fcr die Antragsberechtigung zur Einwerbung von F\u00f6rdermitteln. In\nEiner Anfrage der SPD-Fraktion im Jahre 2011 wurde von der Stadt best\u00e4tigt: \u201e<strong>f\u00fcr den R\u00fcckbau besteht\u2026ein rechtskr\u00e4ftiger\nAufstellungsbeschluss<\/strong>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den <strong>Nutzen des R\u00fcckbaus und der Renaturierung<\/strong>\ndes Gel\u00e4ndes sind vielf\u00e4ltig:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Durch die Schaffung\/Erweiterung\neiner <strong>Frischluftschneise <\/strong>wird die\nFrischluftzufuhr aus Richtung S\u00fcden deutlich bef\u00f6rdert. <\/li><li>Seit Planungsbeginn\nwurde immer wieder darauf verwiesen, dass das Offenhalten des EOW-Gel\u00e4ndes f\u00fcr\nden <strong>Hochwasserschutz<\/strong> in Oberweimar\nsowie f\u00fcr das flussabw\u00e4rts folgende Weimarer Stadtgebiet von gr\u00f6\u00dfter\nWichtigkeit ist.<\/li><li>Das vollst\u00e4ndig\nentsiegelte und r\u00fcckgebaute ehemaligen EOW-Gel\u00e4nde kann sich zu einem im\nStadtgebiet von Weimar (und dar\u00fcber hinaus) \u00f6kologisch wertvollen, bisher v\u00f6llig\nunterrepr\u00e4sentierten <strong>Lebensraum f\u00fcr\nPflanzen und Tiere<\/strong> entwickeln. Das betrifft die Bioz\u00f6nosen\n(Organismen-Gesellschaften) der aquatischen \u00d6kosysteme, der daran angrenzenden\nFeuchtgebiete sowie der entsprechenden \u00dcbergangszonen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zudem befindet\nsich das Areal an einer Nahtstelle zwischen den Lebensr\u00e4umen des Weimarer\nIlmparks und des Landschaftsschutzgebietes \u201eMittleres Ilmtal\u201c. Mit seiner\nRenaturierung besteht die einmalige Chance, einen <strong>Biotopverbund<\/strong> dieser Ilmtal-Abschnitte zu schaffen. Dies ist ein\nwesentlicher Beitrag, um den f\u00fcr die lokale Arterhaltung (besonders der\ngesch\u00fctzten Arten) dringend erforderlichen Individuen- und Gen-Austausch im\nNorden und S\u00fcden des Weimarer Stadtgebietes zu gew\u00e4hrleisten. Weiterhin st\u00e4rkt\nder Biotopverbund die Verbindung von Fauna und Flora der Stillgew\u00e4sser entlang\nder Ilm mit den Alt-Armen der Ilm bei Taubach, den Brauerreiteichen in\nEhringsdorf und dem bestehenden Teich am Rande des EOW-Gel\u00e4ndes. Die Folge sind\npositive Effekte zum Erhalt bzw. der R\u00fcckgewinnung der <strong>Biotop- und Artenvielfalt<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ein weiterer\nAspekt ist die Besonderheit Weimars als Kulturstadt. Der Begriff \u201eWeimarer\nGeist\u201c beschreibt nicht nur die immateriellen Werte, wie die Aura bedeutender\nPers\u00f6nlichkeiten und deren geistiger Tradition (die in dieser Dichte in\nDeutschland keinen Vergleich findet), sondern auch die materiellen: Architektur\nund Stadtgestaltung, zu der auch unsere einzigarten Parks geh\u00f6ren. Ein \u201e<strong>durchgehender Gr\u00fcnzug von Belvedere bis\nnach Tiefurt und ins Zentrum der Stadt<\/strong>\u201c ist ein alter Wunsch der Weimarer,\nder schon im 19. Jh. von Gro\u00dfherzogin Maria Pawlowna und Gro\u00dfherzog Carl\nAlexander angestrebt worden war.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der <strong>Nutzen<\/strong> f\u00fcr Klimaverbesserung, Hochwasserschutz und die Einbindung\nin das kulturelle Umfeld Weimars allein schon wichtige Aspekte sein d\u00fcrften,\ndie o.g. Pl\u00e4ne des R\u00fcckbaus und der Renaturierung des ehemaligen EOW-Gel\u00e4ndes konsequent\nweiterzuverfolgen, m\u00f6chten wir als Naturschutzbeirat besonders auf unser\nFachgebiet verweisen, auf die <strong>Natur als wesentlichen\nFaktor einer lebenswerten Umwelt, f\u00fcr deren Erhalt wir alle Verantwortung\ntragen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der B-Plan bisher vom\nStadtrat nicht beschlossen wurde, <strong>setzte\nman die rechtsg\u00fcltigen Gestaltungspl\u00e4ne in den vergangenen Jahren schrittweise\num und hat bereits einiges erreicht<\/strong>. Insbesondere wurden und werden Ausgleichsma\u00dfnahmen\nf\u00fcr Bauma\u00dfnahmen im Stadtgebiet in dieses Gebiet gelenkt. In Geb\u00e4udeabriss,\nEntsiegelung, Boden- und Grundwassersanierung, Anlegen von Flutmulden und\nRenaturierung ist bereits viel Arbeit investiert worden und viel Geld geflossen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die mit dem\ngeplanten Verkauf bevorstehende \u00dcbertragung von st\u00e4dtischem Eigentum in\nprivates versetzt all diesen bisherigen Bem\u00fchungen und Pl\u00e4nen geradezu einen\nSchlag ins Gesicht<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der Weimarer Presse zu entnehmen\nist, plant die Stadt nun, das Gel\u00e4nde an den privaten Investor Ingenieurb\u00fcro\nHartung &amp; Ludwig zu ver\u00e4u\u00dfern, der hier gern ein attraktiv gelegenes\nFirmengeb\u00e4ude durch Umbau des \u00e4ltesten Hauses im Zentrum des EOW-Gel\u00e4ndes\n(sowie Installation entsprechender Infrastruktur) errichten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diese Entwicklung\nist f\u00fcr uns v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich und wir kritisieren diesen Plan ausdr\u00fccklich,\ndenn er l\u00e4uft den oben genannten Zielen (Klima, Hochwasser, Naturschutz,\nkulturelles Erbe) vollkommen zuwider. Die Stadt Weimar vergibt damit die\nM\u00f6glichkeit der Umsetzung ihrer demokratisch abgestimmten Pl\u00e4ne.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zudem erscheint uns die\nVerfahrensweise der Stadt, die Immobilie zu ver\u00e4u\u00dfern (ohne Ausschreibung!) \u00e4u\u00dferst\nfragw\u00fcrdig und hochgradig intransparent.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ingenieurb\u00fcro Hartung &amp;\nLudwig spricht, wie in ihrer Pr\u00e4sentationsveranstaltung dargestellt, von einer positiven\nUVP (Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung) -Vorpr\u00fcfung und Pr\u00fcfung der Umsetzbarkeit\ndurch ein (unabh\u00e4ngiges?) B\u00fcro (Firma Sweco), ohne Kommunikation wichtiger Details.\nIm Vorhaben von Hartung &amp; Ludwig soll der Hochwasserschutz durch ein vom\nbisherigen Plan abweichendes Muldensystem gew\u00e4hrleistet sein, das in erster\nLinie die Nutzungsw\u00fcnsche (!) des Ingenieurb\u00fcros ber\u00fccksichtigt. Die Versiegelung\nvon Freifl\u00e4chen sollen zum Gro\u00dfteil durchl\u00e4ssig gestaltet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Ausnahme des Ingenieurb\u00fcros\nselbst, das ein \u201eflexibles und attraktives\u201c Geb\u00e4ude mit \u201egr\u00fcnem Umfeld\u201c w\u00fcnscht,\nmit \u201eSchaffung von Au\u00dfenbereich f\u00fcr Belegschaft (Garten)\u201c und in Aussicht stellt,\n\u201edas Unternehmen langfristig in Weimar halten\u201c werden weder die Stadt Weimar\nnoch die Umwelt irgendwelche Vorteile von der Bebauung haben. Es sind keinerlei\nklimatische und naturschutzrelevante Bem\u00fchungen und Effekt erkennbar, welche\nmit den oben erl\u00e4uterten Renaturierungspl\u00e4nen der Stadt vergleichbar w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar wurden in der Pr\u00e4sentation des Ingenieurb\u00fcros\ndie Begriffe \u201eAbriss und Entsiegelung des Grundst\u00fcckes\u201c und \u201eRenaturierung\u201c genannt,\naber ohne irgendeine Spezifikation (wahrscheinlich betreffen sie nur die im Zusammenhang\nmit den geplanten Umbauma\u00dfnahmen n\u00f6tigen Arbeiten). Das von der Firma\nfavorisierte alternative Muldensystem im Zuge des Hochwasserschutzes ist\nunseres Wissens nicht auf gleichwertige Effekte im Vergleich zu den bisherigen\nPl\u00e4nen gepr\u00fcft worden. Wenn in der Pr\u00e4sentation der geplante Umbau mit\nSchlagw\u00f6rtern wie \u201eNachhaltigkeit und CO2-Einsparung durch Nutzung alter\nBausubstanz\u201c sch\u00f6ngeredet wird, sind das v\u00f6llig unpassende und falsche\nArgumente. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir sehen ausschlie\u00dflich negative Auswirkungen \u2013 und zwar drastische.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die geplante Bebauung (bzw.\nNeunutzung durch Umbauten) f\u00fchrt anstelle einer Aufwertung des Gebietes durch\nRenaturierung und Biotopverbund zu einer <strong>extremen\n\u00f6kologischen Entwertung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den laufenden Arbeitsbetrieb\n(Verkehr durch Mitarbeiter, Kunden, Besucher) ist eine <strong>gravierende St\u00f6rung<\/strong> jeglicher dort lebender Tierarten (z.B.\nAmphibien, S\u00e4ugetieren und Invertebraten) unvermeidlich, von Beunruhigungen im\nFortpflanzungs- und Nahrungsrevier bis zu einem wesentlich erh\u00f6hten Risiko\nsteigender Zahlen von Stra\u00dfenopfern (\u201eroad kills\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus darf mit Recht\nangenommen werden, dass der <strong>Fl\u00e4chenverbrauch<\/strong>\nw\u00e4hrend und nach dem geplante (Um-)bau des Geb\u00e4udes nur ein erster Schritt ist,\ndem weitere Nutzungen (einmal in Privathand &#8211; dann als Bauland, Parkpl\u00e4tze\nusw.) folgen werden. In den vorgestellten Pl\u00e4nen ist noch nicht einmal ein\n\u00f6ffentlicher Weg zwischen Steinbr\u00fcckenweg und Pappelallee vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wof\u00fcr hat die Stadt Weimar\nGewerbegebiete ausgewiesen, wenn nicht f\u00fcr die Gewerbeansiedlung auch\nraumgreifender Ingenieurb\u00fcros?<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte tats\u00e4chlich in der Mitte des\nEOW-Gel\u00e4ndes ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude stehen bleiben, sehen wir die in den\nvergangenen fast 30 Jahren realisierten Ausgleichsma\u00dfnahmen vollkommen\nentwertet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Namen des Naturschutzbeirates appellieren wir daher dringend an Sie, als\nOberb\u00fcrgermeister sowie an die Stadtr\u00e4te\/innen und die Beigeordnete f\u00fcr\nStadtentwicklung und Umwelt, die bisherigen Pl\u00e4ne zur vollst\u00e4ndigen\nRenaturierung des ehemaligen EOW-Gel\u00e4ndes weiterzuverfolgen, was in vollem\nUmfang nur geht, wenn das Grundst\u00fcck st\u00e4dtisches Eigentum bleibt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir verweisen zudem auf die\ngesetzlichen Verpflichtungen auf Bundes-, Landes- und nat\u00fcrlich kommunaler\nEbene f\u00fcr den Artenschutz und den Erhalt der Artenvielfalt angesichts des\nrasanten, global zu beobachtenden Artensterbens, auch in unserer Region insbesondere\nbei zahlreichen besonders bedrohten Insekten-, Vogel-&nbsp; und Amphibiengruppen. In Zeiten, in denen\nweltweit Anstrengungen gegen das Artensterben unternommen werden, sollte im\n\u201e\u00fcberschaubaren\u201c kommunalen Rahmen hierf\u00fcr ebenfalls alles getan werden.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Wir denken, Sie haben Verst\u00e4ndnis,\ndass wir um eine zeitnahe Beantwortung unseres Schreibens bitten. <\/p>\n\n\n\n<p>Diskussionen zum Thema ehemaliges\nEOW-Gel\u00e4nde werden bereits seit einiger Zeit im \u00f6ffentlichen Rahmen gef\u00fchrt.\nWir m\u00f6chten unseren Standpunkt in diese Diskussion einbringen und werden uns\ndaher auch die verschiedenen Parteien des Stadtrates und an die Presse wenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>folgende namentlich genannte\nMitglieder des Naturschutzbeirates der Stadt Weimar<\/p>\n\n\n\n<p>L.C. Maul\n(Biologe, stellv. Vorsitzender Naturschutzbeirat)<\/p>\n\n\n\n<p>S. Pf\u00fctze (Gr\u00fcne Liga)<\/p>\n\n\n\n<p>U. Richstein (BUND Kreisgruppe\nWeimar)<\/p>\n\n\n\n<p>G. Thierfelder (Artenschutzbeauftragter\nHornissenschutz)<\/p>\n\n\n\n<p>R. Bouska (BUND Kreisgruppe Weimar)<\/p>\n\n\n\n<p>A. Lerch (NABU)<\/p>\n\n\n\n<p>T. Pfeiffer (NABU\/FG Ornithologie)<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. H. Brunnemann (Tierschutzverein\nWeimar\/Apolda, Artenschutzbeauftragte Geb\u00e4udebr\u00fcter)<\/p>\n\n\n\n<p>M. Krause (Gr\u00fcne Liga)<\/p>\n\n\n\n<p>S. Schauer (NABU)<\/p>\n\n\n\n<p>B. Geyersbach (NABU\/FG Ornithologie)<\/p>\n\n\n\n<p>G. Vogel<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. November 2020 Mitglieder des Naturschutzbeirates der Stadt Weimar (siehe Namensliste am Ende des Briefes) An den Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Weimar Herrn P. Kleine Schwanseestra\u00dfe 17 99423 Weimar Betr.: Ehemaliges EOW-Gel\u00e4ndeWeimar Sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister Kleine, der Naturschutzbeirat der Stadt Weimar hat in seiner Sitzung am 29.10.2020 \u00fcber die Entwicklung des ehemaligen EOW-Gel\u00e4ndes diskutiert. Wir sind ein nach Ma\u00dfgabe des Landesnaturschutzgesetzes von der Stadt Weimar berufenes, beratendes Gremium von ehrenamtlich t\u00e4tigen B\u00fcrgern mit unterschiedlichen fachlichen Expertisen zur Unterst\u00fctzung der Naturschutzbeh\u00f6rde. Wie allgemein bekannt ist, erfolgte schon in den 1990ger Jahren auf Beschluss des Weimarer Stadtparlaments der st\u00e4dtische Ankauf des ehemaligen EOW-Gel\u00e4ndes (7,6 Mio. DM) unter der Ma\u00dfgabe des v\u00f6lligen R\u00fcckbaus und der Renaturierung des Areals. Ein entsprechender B(ebauungs)-Plan wurde erstellt, 2006 aktualisiert und bis 2012 kontinuierlich fortgeschrieben. Die Beschlussfassung des B-Planes erm\u00f6glicht eine Terminkette f\u00fcr den geplanten vollst\u00e4ndigen R\u00fcckbau und ist Voraussetzung f\u00fcr die Antragsberechtigung zur Einwerbung von F\u00f6rdermitteln. In Einer Anfrage der SPD-Fraktion im Jahre 2011 wurde von der Stadt best\u00e4tigt: \u201ef\u00fcr den R\u00fcckbau besteht\u2026ein rechtskr\u00e4ftiger Aufstellungsbeschluss\u201c. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Nutzen des R\u00fcckbaus und der Renaturierung des Gel\u00e4ndes sind vielf\u00e4ltig: Durch die Schaffung\/Erweiterung einer Frischluftschneise wird die Frischluftzufuhr aus Richtung S\u00fcden deutlich bef\u00f6rdert. Seit Planungsbeginn wurde immer wieder darauf verwiesen, dass das Offenhalten des EOW-Gel\u00e4ndes f\u00fcr den Hochwasserschutz in Oberweimar sowie f\u00fcr das flussabw\u00e4rts folgende Weimarer Stadtgebiet von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit ist. Das vollst\u00e4ndig entsiegelte und r\u00fcckgebaute ehemaligen EOW-Gel\u00e4nde kann sich zu einem im Stadtgebiet von Weimar (und dar\u00fcber hinaus) \u00f6kologisch wertvollen, bisher v\u00f6llig unterrepr\u00e4sentierten Lebensraum f\u00fcr Pflanzen und Tiere entwickeln. Das betrifft die Bioz\u00f6nosen (Organismen-Gesellschaften) der aquatischen \u00d6kosysteme, der daran angrenzenden Feuchtgebiete sowie der entsprechenden \u00dcbergangszonen. Zudem befindet sich das Areal an einer Nahtstelle zwischen den Lebensr\u00e4umen des Weimarer Ilmparks und des Landschaftsschutzgebietes [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,64,50],"tags":[61,62,63],"class_list":["post-5876","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-naturschutz","category-wasser","tag-eow-gelaende","tag-naturschutzbeirat","tag-stadt-weimar"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5876","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5876"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5876\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5886,"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5876\/revisions\/5886"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5876"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5876"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.grueneliga-thueringen.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5876"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}